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Vom Rennlaufski zum Twintip-Ski – Skifahrleidenschaft in Unterammergau

Vom Ski-"Rennzwerg" zur Trainerin

Vom Ski-"Rennzwerg" zur Trainerin

Anna Stadler und ihr älterer Bruder © Anna Stadler

Die Wintersaison ist vorbei und meine Ski machen zum ersten Mal „Sommerurlaub“. Bisher hieß es immer "Training, Training, Training" - jetzt heißt es: Skiausrüstung ab in den Keller - Skipause…

Ich stand eigentlich schon seitdem ich denken kann auf Skiern. Angefangen hat‘s damit, dass ich mit zweieinhalb Jahren total neidisch auf die neuen Skier meines zwei Jahre älteren Bruders war. Ich wollte auch Skier haben und fahren. Daraufhin besorgten meine Eltern von den Nachbarn Skier, welche man an normale Winterschuhe festschnallen kann. Nein, sowas wollte ich aber nicht, ich wollte „… g‘scheite Skifahrer..“ genauso wie mein großer Bruder.

Skischule am Steckenberg

Also bekam ich normale Ski mit Skischuhen. Bei uns lernt man das Skifahren erst einmal am Steckenberg am Seil-Lift, bevor man zum Tellerlift wechselt. Aber auch das war nicht meins. Ich wollte gleich zum Tellerlift - ich war ja schon richtig groß mit meinen „richtigen“ Skiern! So stur wie ich war, wussten meine Eltern genau, dass Widerspruch zwecklos war. Und es kam dann, wie es kommen musste, meine erste Skifahrt endete mit einem heftigen Sturz, ich verlor beide Skier und Stöcke. Aber anstatt mich zu trösten gab‘s nur den trockenen Kommentar „du wolltest da fahren, jetzt pflenn net so rum“ (pflennen= weinen)

Zuspitzcup 2007

5. Platz beim Zugspitzcup 2007 © Anna Stadler

Schon nach einigen Skikursen im Kindergarten fand mein Skilehrer Hubbi „Du bist a richtige Rennsemmel“ und meine Mutter solle mich doch in einem Skiclub anmelden. So fing ich nun an, dort regelmäßig zu trainieren. Bei meinem allerersten Rennen fuhr ich auch gleich auf den dritten Platz und bekam einen ersten richtigen Pokal. Ich hatte zwar nur eine einfache Ausrüstung und keinen Rennanzug, trotzdem war ich gut.

Bis ich dreizehn war, fuhr ich fast immer unter die Top fünf,  verletzte mich aber auch schon in dieser Zeit einige Male am Rücken und schwer am Arm.

Mit dreizehn für ich bereits deutschlandweite Rennen und wurde am Ende der Saison in den Gaukader des Skigau Werdenfels aufgenommen. Da aber der Trainingsaufwand mit sechsmal Training/pro Woche so groß war, entschieden meine Eltern und ich gemeinsam, dass ich auf das Sportinternat Berchtesgaden gehen solle.

Skicup 2013

BZB-Skicup 2013 - 4. Platz U16 © Anna Stadler

Trotz der vielen Verletzungen (Anriss des Kreuzbandes und Innenbandes im Knie, Bruch des Tibia-Kopfes, Abriss des Kreuzbandes) und dadurch bedingten Verletzungspausen, rutschte ich in einen höheren Kader auf. Monatelang versuchte ich mich zu meiner alten Form zurück zu kämpfen, aber ich bekam sehr starke Rückenschmerzen. Mein Arzt prognostizierte mir einen sicheren Bandscheibenvorfall, wenn ich weiter trainieren würde. Nach langem Überlegen, beschloss ich schweren Herzens, meine Karriere an den Nagel zu hängen und wieder nach Hause zu ziehen. Zum Glück erfuhr ich, dass der Skiclub Oberammergau einen Co-Trainer suchte. So begann meine zweite „Karriere“ als Trainerin der Renngruppe.

Skigebiet Steckenberg

Wenn ich heute zu Hause aus dem Fenster schaue, sehe ich die einzigartige Landschaft der Ammergauer Alpen. Ich bin so froh, wieder hier zu sein. Im Winter besuche ich oft mein altes Skigebiet am Steckenberg. Das Skigebiet ist nicht allzu groß, bietet aber optimalen Bedingungen für Anfänger, und auch für mich als „Profi“ gibt es schöne Abfahrten - zumal ich ja nicht mehr auf Rennski sondern auf Twin-Tip-Ski (Skier, deren beide Enden jeweils aufgebogen sind) unterwegs bin.

Zur Person

Anna Stadler

Anna Stadler

Anna Stadler, ist 17 Jahre alt, ist in Garmisch-Partenkirchen geboren und in Unterammergau aufgewachsen. Seit Dezember 2014 trainiert sie die Renngruppe des TSV Oberammergau im Bereich Ski Alpin, nachdem sie ihre eigene Ski Alpin-Sportlaufbahn aufgrund vieler Verletzungen beenden musste. Neben dem Skifahren vertreibt sie sich ihre Zeit auch gerne mit Schwimmen und Lesen.

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