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Das Murnau-Werdenfelser Rind

Vom Aussterben bedroht

Vom Aussterben bedroht

Sein neugieriges Fleckvieh begrüßt Johann Probst © Zugspitz Region GmbH

Der Wecker klingelt und ich könnte noch so schön weiterschlafen, aber…

Mein Arbeitstag beginnt bei mir wie immer sehr früh am Morgen. Wenn um 05:15 Uhr der Wecker klingelt, marschiert die ganze Familie noch vor dem Frühstück in den Stall, um die rund 35 Milchkühe auf dem Hof zu füttern und zu melken.

Mir knurrt schon der Magen, als es nach getaner Arbeit um 06:45 Uhr ein kräftiges Frühstück gibt, bevor es wieder frisch ans Werk geht. Heute stehen die Vorbereitungen für die Informationsveranstaltung zum Thema Murnau Werdenfelser Rind in Unterammergau auf dem Plan. Zusammen mit dem Landrat Anton Speer informiert die Zugspitz Region GmbH uns Landwirte über das Projekt „Murnau- Werdenfelser Rind“ und dessen Ziele für den Landkreis.

Auf der Weide

Murnau Werdenfelser auf der Weide am See © Zugspitz Region GmbH

 

Das Murnau Werdenfelser ist vom Aussterben bedroht. So sank der Bestand 2006 auf unter 160 reinrassige Tiere. Jetzt sind es etwa insgesamt 1.400 Tiere. Neben dem Erhalt der Rasse soll auch die regionale Vermarktung der Produkte Milch und Fleisch gefördert werden. Und dafür war ich in den letzten Monaten viel unterwegs. Ich habe dazu über 70 Landwirte im Landkreis besucht und mit Ihnen über das Projekt und die Zucht der Murnau-Werdenfelser Rinder gesprochen. Ein erstes Fazit habe ich schon: Knapp 1.000 Murnau-Werdenfelser Rinder werden bei uns im Landkreis noch gehalten. Die meist kleinstrukturierten Landwirte haben zwischen einem und 100 Tiere, erfahre ich. Die Rinder werden über den Sommer komplett auf der Weide gehalten.

Pünktlich um 12:00 Uhr ist Mittagspause auf dem Hof. Allerdings nur eine halbe Stunde, denn im Anschluss warten wichtige landwirtschaftliche Tätigkeiten auf mich und meinen Vater. In Kürze sollen die Kälber erstmals auf die Weide gelassen und anschließend wieder eingetrieben werden. Doch dazu muss ich noch einen neuen Zaun aufstellen.

Murnau Werdenfelser Kälber

Murnau Werdenfelser Kälber warten auf ihren Freigang © Oswald

Am späten Nachmittag gibt es eine kleine Kaffee Pause, bevor um 17:00 Uhr schließlich noch einmal die Stallarbeit ruft. Jetzt heißt es schnell sein, denn um 19:30 Uhr beginnt die Infoveranstaltung in Unterammergau. Also fix raus aus den Stallklamotten, duschen, etwas essen und dann muss ich auch schon losfahren. Da ich in Schwaigen wohne, habe ich auch noch den 20-minütigen Anfahrtsweg mit einzukalkulieren.

Unterwegs frage ich mich, wie der Abend verläuft, ob wir viele Zuhörer haben, ob das Thema weiterhin auf Interesse trifft, was die Teilnehmer wohl alles wissen wollen. Ich bin zufrieden, die Veranstaltung läuft für alle Beteiligten sehr harmonisch ab. 36 Landwirte haben interessiert zugehört, viele Fragen gestellt und durften auch Wurst und Käseprodukte vom Murnau-Werdenfelser Rind probieren.

Prämierung

Prämierung © Christian Loth

Nach einigen Einzelgesprächen breche ich schließlich um 22:30 Uhr auf und mache mich auf den Heimweg  zurück nach Schwaigen. Ich weiß jetzt schon, dass eine kurze Nacht auf mich wartet, denn auch morgen warten meine Kühe pünktlich ab 05:15 Uhr auf mich und möchte versorgt werden.

Anfang Mai wurde der erste Käse aus der Milch des Murnau-Werdenfelser Rindes in der Schaukäserei in Ettal produziert. Allerdings ist das nur ein Testlauf, denn es gilt noch einige organisatorische Hürden zu überwinden. Alle sind jedoch sehr zuversichtlich, dass der zart würzige Schnittkäse mit rotgeschnmierter Naturrinde und ausgeprägter Bruchlochung ab September dort käuflich erworben werden kann.

Zur Person

Johann Probst

Johann Probst

Der 27-Jährigen Landwirtschaftsmeister Johann Probst aus Schwaigen ist seit 01.02.16 bei der Zugspitz Region GmbH beschäftigt. Im Rahmen der Förderung des Regionalmanagements Bayern arbeitet er am Projekt „Murnau-Werdenfelser Rind“. Dieses Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

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