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Norbert Parucha und der Meditationsweg Ammergauer Alpen

Unterwegs auf Schusters Rappen

Unterwegs auf Schusters Rappen

Abendstimmung im Weidmoos, Graswangtal © Ammergauer Alpen GmbH, Eberhard Starosczik

Wandern, Meditation und vom Alltag abschalten verbinden sich auf dem Meditationsweg Ammergauer Alpen auf harmonische Weise. Norbert Parucha, Pilgerführer und Körpertherapeut gibt einen Einblick zur Entstehung und Bedeutung des Weges.

Ich führe seit 15 Jahren Wanderungen für das Bayerische Pilgerbüro, seit 10 Jahren die meditativen Wanderungen in Frankreich, Schweiz und Spanien. Meistens gehe ich dort den Jakobsweg. Als Pilger unterwegs zu sein, bedeutet, sich auf „Altes“ zu besinnen, sich auf langsamen Reisen neu zu entdecken und bedeutet zugleich auch, Rückführung zu dem, was der Mensch eigentlich ist – ein Individuum, das lange Strecken zu Fuß läuft und in der Langsamkeit sein Auskommen hat.

Unterwegs auf dem Meditationsweg

Unterwegs auf dem Meditationsweg © Ammergauer Alpen GmbH, Nicole Richter

Irgendwann stellte sich mir die Frage: Warum nicht auch einen Weg im Deutschland anbieten? Im Herbst 2008 war es dann soweit. In Zusammenarbeit mit der Ammergauer Alpen GmbH wurde eine neue Idee geboren. Der Gedanke damals war, neben den Passionsspielen, etwas Neues zu schaffen, das die Menschen berührt.

Ich sagte gerne zu und ich gebe zu, die Vorstellung, hier kreativ sein zu können und meine Visionen einzubringen, was einen Meditationsweg Ammergauer Alpen ausmacht, war äußerst reizvoll. Jede Station wurde daher mit Bedacht ausgewählt. Denn die einzelnen Stationen spiegeln nicht nur Kraftorte und Werte wider, sondern gleichzeitig auch die einzelnen Facetten eines Menschen.

Augustinus

Augustinus mit entflammten Herzen © Ammergauer Alpen GmbH, Horst Preisenhammer

Als Therapeut weiß ich, dass mit Menschen unterwegs zu sein, auch heißt, in diesen Menschen wieder Leidenschaft zu wecken, das „Mehr“ im Leben von neuem bewusster zu machen. Das Prinzip lautet, einen Perspektivwechsel vorzubereiten, die Menschen wieder zum „Brennen“ zu bringen, die Herzen zu öffnen – ein verschlossenes Herz brennt nicht. Unser „Patron“ Augustinus mit dem brennenden Herzen im Kloster Rottenbuch erschließt dieses Prinzip perfekt und war der ideale Namensgeber für den Weg „brennendes Herz“.  Die Wanderer werden offen für einzelnen Begegnungen am Weg, bekommen Raum dafür und spüren die Gemeinschaft intensiver.

Ammerdurchbruch - Scheibum

Scheibum, Ammerdurchbruch bei Saulgrub © Ammergauer Alpen GmbH, Daniela Blöchinger

Meine liebste Station ist die Scheibum. Es fasziniert mich, zu sehen, was das Wasser hier geschaffen hat. Es ist Vorbild, denn es ist das weichste, welches sich anpassen kann, wie kein anderes. Es kann sich aber auch durchsetzen, ist ausdauernd, immer in Bewegung und gibt nie auf. Selbst ein weiches Element schafft Schwieriges und zeigt so eine hervorragende Parallele zum Leben auf. Barrieren (auch die im Kopf) können abgebaut werden, man darf weich sein und kann trotzdem was erreichen.

Meine Lieblingstour des Meditationsweges ist die Tour vom Hörnle ins Ammertal. Jedes Mal aufs Neue genieße ich den Blick in die Ammergauer Alpen und die Ortschaften, die so friedlich von hier oben aussehen.

Hörnle mit Blick ins Ammertal

Hörnle mit Blick ins Ammertal auf Unterammergau © Ammergauer Alpen GmbH, Gabriele Postner

Meine nächsten Tages- und Mehrtages-Wanderungen findet ihr auf der Internetseite des Meditationsweges Ammergauer Alpen, unter www.brennendes-herz.de/Meditationsweg-Ammergauer-Alpen/Gefuehrte-Touren. Bereits am Samstag geht es übrigens von Bad Kohlgrub nach Murnau.

Vielleicht hat ja jemand Zeit, sich uns anzuschließen.

Zur Person

Norbert Parucha

Norbert Parucha

Seit 1997 begleitet Norbert Parucha Wander- und Studienreisegruppen durch Frankreich und Spanien, 2004 übernahm er dann die Leitung von Wandergruppen für Meditatives Wandern auf Jakobswegen in Deutschland und Spanien. Seine psychotherapeutische Ausbildung begann 2000; 2003 bekam er die staatliche Zulassung zur Ausübung der heilkundlichen Psychotherapie. 2005 wurde er ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Kriseninterventionsdienst Garmisch-Partenkirchen. Er lebt und arbeitet in Bad Kohlgrub.

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