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Auf 7 Etappen mit dem Mountainbike von Oberammergau nach Riva del Garda

Fast 600 km und 19.000 Höhenmeter

Fast 600 km und 19.000 Höhenmeter

Die Craft Bike TransAlp startet in Oberammergau © Ammergauer Alpen GmbH

Fast 600 Km und 19000 Höhenmeter waren beim diesjährigen Transalp Mountainbike Rennen über die Alpen zu bewältigen. Schon mehrmals bin ich für dasTeam der Ammergauer Alpenbeim König Ludwig Bike Cup gestartet - dieses Etappenrennen ist aber nochmals eine ganz andere Hausnummer. Zusammen mit meinem Teamkollegen Andi habe ich mehrere 1.000 Trainings-Kilometer abgespult und etliche auch in meinem Heimrevier in den Ammergauer Alpen.

Tag 1: Oberammergau - Imst
Erste Etappe der Craft Bike Transalp 2014. Heute ging es vorbei am Plansee, an dem wir unsere erste Panne hatten. Nach einem Sturz im Startbereich, war das Schaltauge von meinem Bike verbogen und ich konnte somit nicht mehr korrekt schalten. Das merkte ich am ersten kleinen Anstieg, wo mir die Kette zwischen Hinterrad und Ritzel rutschte. Leider kostete diese Panne Zeit und einige Plätze. 

Am Mäuerle spürte man die warmen Temperaturen deutlich, hier war die Hitze wie eine Wand. Auf dem Weg zum Marienbergjoch, schlug das Wetter langsam um und uns folgte eine tief schwarze Gewitterfront. Nachdem die letzten Höhenmeter geschoben wurden, ging es in einer rasanten Abfahrt in Richtung Imst. Nach 97.8km und 2215HM hatten wir unser erstes Ziel in 5:21 erreicht.

T-Shirt Balkon

Allabendliches Kleidung waschen und trocknen © Ammergauer Alpen GmbH

Tag 2: Imst - Nauders
Heute meinte es der Wettergott überhaupt nicht gut mit uns. Vorhersage waren Schauer mit Bewölkung, leider entpuppte sich der Schauer als Dauerregen. Über Teile der alten Via Claudia, die Pillerhöhe und die Pfundser Tschey ging es in Richtung Ziel. Temperaturen um die 6 Grad und der dauerhafte Regen machten allen Teilnehmern zu schaffen. Allein auf dieser Etappe beendeten etwa 150 Teams vorzeitig das Rennen. Nach knappen 6 Stunden, 87,42 Kilometern und 2917 HM erreichten wir leicht unterkühlt und komplett durchgeweicht das Ziel in Nauders. Zum Glück heizte uns der warme Kaffee und Kuchen unserer Vermieterin wieder auf. 

Tag 3: Nauders - Naturns
Der Start der längsten und härtesten Etappe begann wieder einmal mit Regen. Gott sei Dank lies dieser nach knapp einer Stunde nach und hörte kurz darauf komplett auf. Über die Italienische Grenze, die Bruggeralm und zum Abschluss die Marzonalm ging es in Richtung Naturns. Leider musste ich nach knapp 40 Kilometern die Etappe abbrechen, da mir der harte, verregnete Tag zuvor schwer am Rücken zu schaffen machte. Mein Teampartner Andi fuhr die Etappe, die in der zweiten Hälfte einige sehr schöne Trails, aber auch giftige Anstiege zu bieten hatte, zu Ende und konnte sogar nochmal richtig Tempo machen. Leider wurde uns, aufgrund meines Ausscheidens, für diese Etappe eine Zeit von 13 Stunden berechnet. Allerdings beendete Andi die Etappe mit 100,23 Kilometern und 3365 HM in exakt 7 Stunden.

Tag 4: Naturns - Sarntal
Für meine Verhältnisse relativ ausgeruht machten wir uns auf den Weg ins Sarntal. Nach zwei kurzen Anstiegen über Egger und den Jochweg, erwartete uns ein 30 Kilometer langer Anstieg auf die Vöraner Alm. Entlohnt wurden wir hier mit einer grandiosen Aussicht auf die Dolomiten und einem atemberaubenden Trail über die Höhe in Richtung Öttenbacher Alm. Als kleines Highlight erwartete uns noch ein 3 Kilometer langer, nicht ganz einfacher Trail in Richtung Ziel in Sarnthein. Dieses erreichten wir nach 73,2 Kilometern und 2646 Hm in einer Zeit von 5 Stunden und 47 Minuten.

Am Ziel

Die Teilnehmertaschen mit Wechselkleidung und persönlichen Dingen warten auf die Teilnehmer am Ziel jeder Etappe © Andreas Dobslaff

Tag 5: Sarntal - Kaltern
Heute ging es auf eine relativ kurze Etappe, die es allerdings trotzdem in sich hatte. Gleich zu Beginn ging es bergauf zu den Stoananen Mandln, die auf knapp 2000 Meter Höhe liegen. Der Name rührt von den kleinen Steinmandln, die zahlreich am Gipfel zu finden sind. Die Strecke ging weiter bergab in Richtung Nals, von wo an sich der zweite Anstieg erstreckte. Nach 67,42 Kilometern und 2785 Hm erreichten wir das Ziel in guten fünf Stunden. 

Tag 6: Kaltern -  Trento
Vorletze Etappe der Bike Transalp 2014 liegt hinter uns. Der zweitlängste Tagesabschnitt erstreckte sich über 98,25 Kilometern. Nach einem knapp 35 Kilometer langen Anstieg ging es über Truden und Valdonega in Richtung Lavis. Hier folgte der zweite, allerdings kürzere Anstieg über den Monte Calisio in Richtung Trento. Nach 2894 Höhenmetern erreichten wir erschöpft in 6 Stunden und 6 Minuten das Ziel. 

Einfahrt in Trento

Empfang in Trento © Ammergauer Alpen GmbH

Tag 7: Trento - Riva del Garda
Heute ging es auf die letzte Etappe der Bike Transalp 2014. Auch auf dieser Schlussetappe wurde uns nichts geschenkt und wir mussten noch  einmal auf knapp 63 Kilometern knapp 2300 Hm bewältigen.

Zu allem Überfluss meinte es der Wettergott zu Beginn des Rennens nicht gut mit uns und schickte uns mit Dauerregen auf die Strecke. Nach dem Anstieg auf den Monte Bondone, folgte eine Abfahrt auf der der Regen dann langsam nachließ. Leider war die Strecke mittlerweile soweit aufgeweicht, dass die abschließenden Trails nochmal kniffelig wurden. Nach knapp 5 Stunden erreichten wir erschöpft, aber überglücklich das Ziel in Riva del Garda. Nach der Siegerehrung feierten wir noch gemeinsam mit allen Teilnehmern und fielen dann erschöpft ins Bett.

Wir bedanken uns nochmals bei Ammergauer Alpen für den Startplatz zu diesem grandiosem Event und natürlich der Firma Ziener für die Radbekleidung. Weiterhin bedanken wir uns bei allen, die an uns gedacht haben und uns die Daumen gedrückt haben.

Abschließend noch die Platzierung:
Leider nur den 143 Platz bei den Männern, was wohl eher der Strafzeit vom dritten Tag zu schulden ist.
Overall: Platz 284

Zur Person

Markus König

Markus König

Über lange Zeit betrieb Markus intensiv Thriatlon auf der olympischen Distanz und absolvierte auch einen Ironman.Mittlerweile hat er aber seine große Leidenschaft im Mountainbikesport gefunden und ist dabei viel auf den Trails in den Ammergauer Alpen unterwegs.

Markus ist 28 Jahre alt und arbeitet als Physiotherapeut und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Kinderklinik in Garmisch-Partenkirchen.

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