Blog Pins
Unterwegs als Schlossführerin im Schloss Linderhof

Dem König ganz nah

Dem König ganz nah

Schlossführerin Stefanie Reindl wartet vor Schloss Linderhof auf die nächste Gruppe © Stefanie Reindl

Vor allem in den Sommermonaten kommen die Touristen aus Nah und Fern so zahlreich, dass die festangestellten Stammführer von Studenten und Schülern aus dem Landkreis unterstützt werden. In der Hauptsaison sind wir bis zu 14 Führer. Vier der Angestellten treten bereits um 8 Uhr morgens ihren Dienst an, um zu saugen, den Staub vom Marmor zu beseitigen und den Unrat ums Schloss zu entfernen. Pünktlich zur ersten Führung um 9 Uhr trudeln die restlichen Schlossführer ein.

Schloss Linderhof ist eines der drei Märchenschlösser von König Ludwig II. von Bayern.  Der wahre Wert, den er durch den Bau dieser Schlösser geschaffen hat, wurde wohl erst durch den Beginn des Tourismus in Bayern erkannt.  Heute sind diese Schlösser, darunter auch Schloss Linderhof ein wahrhaftiger Anziehungspunkt für den Tourismus in Bayern. Schloss Linderhof liegt mitten in der Ammergauer Bergwelt und wird jährlich von ca. 450.000 Besuchern besichtigt.

Der erste Führer, der im Schloss eintrifft, übernimmt auch die erste Führung. Die Ankunft der Anderen bestimmt dann die weitere Reihenfolge für den ganzen Tag.  Jeder von uns muss die 25-minütige Führung in den Sprachen Deutsch und Englisch beherrschen. Einige führen auch noch in Französisch, Italienisch, Spanisch oder Russisch. Für die anderen Sprachen wie Japanisch, Kroatisch, Hebräisch etc. gibt es in jedem Raum eine CD-Führung, die unsere Arbeit übernimmt. So muss man nur auf „Play“ drücken und kann die Stimme für eine Runde schonen.

Noch früh am Morgen warten nur wenige Gäste vor Schloss Linderhof

Noch früh am Morgen warten nur wenige Gäste vor Schloss Linderhof © Bayerische Schlösserverwaltung www.schloesser.bayern.de

Im Normalfall beginnt alle 5 Minuten eine neue Führung, d.h. man hat pro Raum 5 Minuten Redezeit. Bei einer besonders interessierten Gruppe, die viele Fragen stellt, muss man aufpassen, den „Schlossverkehr“ nicht ins Stocken zu bringen, aber trotzdem die Besucher zufriedenzustellen. Dabei ist natürlich Freundlichkeit, Organisationsgeschick und Sprachgewandtheit unerlässlich. Aber auch die Verantwortung über die Gruppe, dass keiner etwas beschädigt oder die Kamera zückt zählt zu meinen Aufgaben als Schlossführerin.

Das Schloss ist jedoch nicht unser einziger Arbeitsplatz. Neben den Führungen in der Venusgrotte nehmen wir sogar den weiten Weg zum Königshaus am Schachen auf uns – meinem persönlichen Lieblingsarbeitsplatz. Dort verbringt man bis zu fünf Tage an einem der schönsten „Fleckerl“ im Wettersteingebirge.  Auch der Anblick der strahlenden und erstaunten Gesichter der Besucher beim Betreten des Türkischen Saales ist für mich jedes Mal  ein Highlight.

Sonnenuntergang am Schachenhaus

Sonnenuntergang am Schachenhaus © Stefanie Reindl

Sowieso ist es genau das, was meine Arbeit als Schlossführerin so interessant und einzigartig macht: der Umgang mit Menschen aus allen Ländern der Welt, ihnen ein Stück bayerischer Geschichte nahe zu bringen und sie mit der Begeisterung von König und Schloss zu entlassen.

Zur Person

Stefanie Reindl

Stefanie Reindl

Die Oberammergauerin Stefanie Reindl (Jahrgang 1991) ist angehende Studentin im Studiengang Betriebswirtschaftslehre - Tourismus, Hotellerie und Gastronomie. Schon in ihrer Schulzeit hat sie sich für den Bereich Tourismus interessiert und sie arbeitet 2013 bereits den dritten Sommer in Folge als Schlossführerin in Linderhof.

zurück
comments powered by Disqus